Montag, 5. September 2016

Baunatal als regenreicher Saisonabschluss für Inexio Team TSSH

Am Sonntag fand parallel zum heimischen Saarschleife-Marathon das Abschlussrennen der Regionalliga Mitte im hessischen Baunatal statt.
Während bei der Streckenbesichtigung samstags lediglich Quellwolken aufzogen, meinte es der Wettergott nicht gut mit den Athleten. Starker Wind und teilweise heftiger Regen erschwerten das Rennen.


Da es am Ende der Saison immer personell eng wird, musste bei der Aufstellung etwas umgeworfen worden. Tobi Zenner war leider erkrankt und wurde durch Frederic Schauer ersetzt, der durch seinen zweiten Regionalligastart in Remagen beim Abschluss der ersten RTV-Liga am kommenden Sonntag in Remagen fehlen wird. Ansonsten verstärkten Chris Ziehmer, Felix Schwarz, sowie die Brüder Janik und Dominik Wagner das Team.



Als regelrechter Betreuerstab reisten  Michael Schauer, der natürlich wieder den Finger auf den Abzug der Kamera lag, Sportwart Volker Braun-Hübsch und Thomas Schütz mit. Letzterer durfte eben so wenig an den Start wie Freddi, da auch er ansonsten in Remagen nicht mehr hätte starten dürfen.
Zudem standen am Wettkampfmorgen noch Supporter an der Strecke: Chris' Eltern machten sich auf den Weg, um das Team zu unterstützen.



Da die Anreise knapp 400km betrug, wurde bereits samstags angereist um die Radstrecke abzufahren, die Wege in die Wechselzone und das gesamte Areal zu inspizieren.





Das Format des Wettkampfs war recht ungewöhnlich. Zunächst mussten 750m im Hallenbad geschwommen werden. Insgesamt 13 Teams sind in der Regionalliga Mitte unterwegs. Es gab also drei Startgruppen. Nach Anschlagen des letzten Teams gab es fast eine Stunde Pause, um sich im nahen Stadion aufzuwärmen für die bevorstehenden 20km Rad mit 5km Lauf. Jeweils drei Runden auf schnellen Kursen waren zu absolvieren.

Die Radstrecke verlief zwischen zwei Wendepunkten, die aus Verkehrskreiseln bestanden. Auf dem Hinweg ging es konstant hoch, der Rückweg dementsprechend abfallend. Die Laufstrecke endete mit jeweils 300m auf der Tartanbahn. Die übrigen 1300m führten durch eine schöne parkanlage mit knappen, kurzen Anstiegen und Gefällestücken. Leider kam nach einer kleinen Regenpause am Vormittag während die Teams auf dem Rad fuhren, heftiger Regen auf und machte die Kurse rutschig und gefährlich.



Tri Post Trier, deren Aufstieg in die zweite Bundesliga unter normalen Umständen sicher war, gingen ohne ihren Leitwolf Jens Roth an den Start.Sie durften als erstes Team inmitten der Damenliga starten und legten eine Zeit von 10:56min vor.
Kurz vor dem Start wurde den Athleten dann eine Regeländerung erklärt, die besagt, dass die Zeit des vierten Athleten zählt und der fünfte nur zu Ende schwimmen muss, um auf dem Rad mitfahren zu dürfen. Es wurde also sofort die Taktik geändert: Dominik hatte einen Badetag und sollte sich schonen, während Freddi als vierter Mann von den anderen drei durchs Wasser gezogen würde. Chris und Janik hatten gute Laune und so wurde mit 1:07min und 1:12 ordentlich losgekeult. Freddi überzog hierbei etwas, aber konnte dennoch sehr gut mitschwimmen. Am Ende stand eine Zeit von 9:35Min.

Nachdem auch die dritte Startgruppe stand fest: TSSH an eins. Mit 18 Sekunden Vorsprung ging es aufs Rad.



Die erwartete Schwimmstärke konnte also gezeigt werden und ab jetzt galt es. 50m hinter der Wechselzone wurde das Materialdepot eingerichtet. Die Teams mussten jetzt mit den Abständen vom Schwimmen aus einem Zelt ans Rad laufen: Helm , Brille, Startnummer an, Rad nehmen und weg. Allesamt sind gute Wechsler und so machte man auch hier direkt wieder etwas Zeit gut.

Hinter dem Aufstieg direkt der erste Schock: Felix hatte platt am Hinterrad. In Tour de France-Manier wählte Volker in sekundenschnelle aus den Laufrädern das 11-fach-Hinterrad mit richtig vorgespanntem Spanner und weiter ging es - noch bevor das zweite Team kam. Die Betreuere sämtlicher Teams applaudierten bei diesem Spektakel. Leider merkten die anderen vier den Verlust von Felix nicht. Erst am Wendepunkt sah man , dass man nur zu viert war und nahmen das Tempo raus. Hier verlor man dann den ersten Platz. Die Windschattenbox beträgt bei Teamrennen 25m zwischen den Teams und sobald die Nabe des ersten Fahrers des überholenden Teams vor der ersten Nabe des überholten Teams ist, muss dieses ihr Tempo reduzieren. Auf dieser engen Strecke bei solch kleinen Zeitabständen sind diese beiden Regeln natürlich nahezu unmöglich durchzuführen. Man sollte es jedoch versuchen, da eine Zeitstrafe von einer Minute natürlich sehr schmerzhaft wäre.

Runde zwei begann das Team dann auf Platz vier, jedoch war der Wendepunkt zu rutschig und Dominik stürzte und räumte zugleich Janik mit ab. Das restliche Team musste kurz warten, bis beide ihr Material gerichtet und sich gesammelt hatten. Hierbei verloren sie Zeit und Plätze. Bei der letzten Passage des Materialdepots auf dem Hinweg zum zweiten Wendepunkt betrug der Rückstand auf die Spitze 80Sekunden. knappe zwei Kilometer später folgte der Abstieg vom Rad und beim Betreten der Wechselzone waren es nur noch 50Sekunden. Das Tempo war also noch einmal schlagartig erhöht worden.



An der Spitze befand sich zu diesem Zeitpunkt ASC Darmstadt, deren Radmaschine Christian Morgenstern 20km im Oberlenker vorfuhr und selbst bergab den Oberkörper gerade in den Wind hielt, um sich zu bremsen. Er drückte seinen Kollegen noch aus der Wechselzone einen kurzen Stich hoch und schickte die übrigen vier auf die Strecke. Er selbst lief etwas lockerer hinterher. Trier befand sich auf Platz fünf und schnürte die Schuhe.

Nachdem der Wettkampfrichter die Richtung von Freddis Rad im Ständer bemängelte und er es umhing, ging die Truppe auf die Strecke. Genau eine Minute hinter Darmstadt. Dominik konnte das Tempo nicht mitgehen und war sichtlich vom Sturz geschwächt. Also durften die anderen vier keinen mehr verlieren. Chris und Felix, die vor Kraft strotzten schoben also Freddi, der als starker Radfahrer, jedoch eine Schwäche beim Laufen aufwies. So kämpfte man sich Stück für Stück zurück an Mainz. Nahezu alle Teams waren nur noch zu viert unterwegs und überall wurde geschoben. Lediglich ganz vorne waren alle eigenständig unterwegs. Trier zeigte lächelnd eine starke Laufleistung und so kam es fast noch zum Sprint um Platz eins. Knapp 20m hinter ASC Darmstadt beendeten sie auf Platz zwei das Rennen.




Knapp hinter Mainz kam das jüngste Team des Tages auf Platz Acht ins Ziel. Tapfer gekämpft -trotz Reifendefekt und Sturz. Fazit des Tages: Man hat zwar ordentlich Lehrgeld bezahlt, jedoch gab es auch viel Spass und eine ordentliche Portion Teamgeist.
Chris und Felix starten nun in zwei Wochen in Zagreb beim Europacup - Auch im Hinblick auf dieses bevorstehende Rennen sollte Baunatal eine gute Vorbelastung gewesen sein.

Mehr Bilder findet ihr HIER
Die Abschlusstabelle gibt es HIER

Das Inexio Team TSSH belegte erneut Platz 5 in der Saison 2016 , denkbar knapp, da nur einen Punkt hinter dem SC Neukirchen und punktgleich mit der Eintracht aus Frankfurt. Lediglich die Mannschaftspunkte retteten Platz Fünf.





Auch die Betreuer waren sichtlich erschöpft... Weiter geht's in 2017!

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