Samstag, 19. Oktober 2019

„Wo sind denn all die Helden?“- Das lang ersehnte Ligaresümée 2019

Nach zwei Jahren in der zweiten Bundesliga stellt sich nicht nur Wolle Petry auf seinem neuen Machwerk diese Frage. Aber anstatt sich nun aufzuregen, welche taktischen Fehler begangen wurden, wird man leiser im Tonfall und freut sich, dass man dieses Projekt „Tri-Sport Saar-Hochwald-Ligamannschaft“ bis in die zweithöchste nationale Liga katapultiert hat.
Nach den Anfängen – gemischt aus Masters und jungen Kaderathleten kamen jedes Jahr neben den Legionären, wie der Ligaleiter Volker das Stammpersonal  gerne bezeichnet, stets neue frische Athleten.
Dies blieb im Jahre 2019 leider aus. Blicken wir zunächst auf die 1.RTV-Liga: hier stand nur noch ein Wettkampf in Neuwied an. Wie jedes Jahr zugleich: Mission Klassenerhalt. Nichts neues für die Jungs.

Einfach nur "BOCK"


 




Trotz schlechter Erfahrungen in 2018 ließen sich Kay und Dirk überreden dem Veranstalter wieder eine Chance zu geben. Zudem fand Benny die Lust am Dreikampf wieder. Dominic und Dimitrij komplettierten die Truppe. Allesamt bis in die Haarspitzen motiviert, legten einen sauberen Wettkampf hin. Organisatorisch war es ein wenig besser als in 2018, aber als Betreuer sah man diesen Start, Kreuzungspunkte auf der Radstrecke und ähnliches, was zu Produktion von Gallenflüssigkeit hätte führen können, wenn nicht die Athleten allesamt Spaß gehabt hätten. 







"Man muss sie einsperren, um sie zu bändigen"


Am Start warten alle auf "Don Indi"... um dann ganz kurios zu starten. Das ist einfach Neuwied.
Dirk legte ein richtig gutes Schwimmen hin und absolvierte als Langsdistanzler alless im harten, aber dennoch stets kontrollierten Bereich. Benny hatte auf dem Rad einiges gut zu machen und sog sich so an Dominic ran, leider zu nahe. Zwei Zeitstrafen wegen Windschattenfahren gab es schon lange nicht mehr. Er brannte dafür dann ein Lauffeuer ab.
Dimitrij hatte wie bereits in den letzten Wettkämpfen einfach nur Spass und wurde dritter des Teams. Dominic musste wie bereits in Zell beim Laufen mehr als nur einen Gang rausnehmen, aber jeder wusste, dass es um den Klassenerhalt ging und so finishte er unter Schmerzen als vierter des Teams.




 


Kay, der wie immer  zur Stelle war, wenn es eng wurde, komplettierte das Team und bekommt den Fair-Play-Preis, da er einfach immer aushalf, egal welche extremen Läufe er im Vorfeld absolvierte. In 2020 will er sich voll auf Trailläufe und lange Distanzen konzentrieren.








Die Einzelplatzierungen in der Liga waren leider nicht ersichtlich. Die gesamten Ergebnisse findet ihr HIER.

Unterm Strich steht aber der Klassenerhalt und mit teils abenteuerlichen Besetzungen hat es das Team wieder geschafft. Ein riesengroßes Dankeschön an alles Starter und Betreuer.
Equipe Viernheim




Doch was wurde aus dem Topteam in der zweiten Liga? Zwei Wettkämpfe standen noch auf dem Programm. Viernheim und Baunathal. Zwei Teamsprints mit leicht geändertem Format.
Thomas  wurde in Neuwied schon wieder an der Startlinie vermutet, aber er war tatsächlich Betreuer und hielt an seinem Rücktritt fest. Wenige Tage vor Viernheim erreichte ihn in den Alpen der Anruf: Kannst du noch einmal ran? Leider ging es tatsächlich nicht. Denn so sehr er sich an sein Wort halten wollte, so sehr wollte er das Team um die paar treuen Mannen, die dieses Jahr das Team bildeten nicht im Stich lassen. Doch warum gab es Personalmangel? Philip hatte extreme Kopfschmerzen und Noah, der noch eine Woche zuvor beim Teamzeitfahren nicht anwesend war, war leider verletzt. Aber nachdem auch Trebgast kurzfristig abgesagt wurde, hielt sich die Überraschung durchaus in Grenzen. Triathlon ist eine Individualsportart. Manchmal erhält diese Aussage etwas mehr Bedeutung. So mancher hält sich an dieses Credo.



Die üblichen Verdächtigen - richtig Bock
Auf dem Rad endlich im Wettkampf angekommen
So ging also die Equipe bestehend aus Sebastian, Yves, Jérôme und Joshua an den Start. Nichts durfte anbrennen, da man nur zu viert war. Schwimmen war bei dieser Besetzung der größte Knackpunkt, auf dem Rad angekommen, konnten dann die beiden schlechteren Schwimmer den Löwenanteil der Arbeit übernehmen. Jérôme und Joshua sollten beim Laufen noch fit sein. Die Taktik ging vollends auf. Volker und Thorsten gaben Anweisungen, das Team folgte. Platz 15 sprang am Ende heraus. Bei starker Konkurrenz das Beste drauß gemacht.










Bereits eine Woche später dann das letzte Aufbäumen: Angestachelt durch den Anruf Thorstens, zog Thomas los, kaufte sich freitags schnell noch ein neues Rad, fuhr es zwei Tage Probe und wurde in der Privatlimousine von Volker zum Start gefahren. Ein übertrieben extravaganter Auftritt, wenngleich allen klar war, dass die Alpenüberquerung per Pedes in der Vorwoche noch nicht verdaut war. Aber die Vier aus Viernheim sollten nicht schon wieder zu viert am Start stehen.



"rechts hoch- links runter" Da konnte Thomas noch helfen.



Go- We need some action
Also schoss sich Thomas noch einmal in den zu engen Einteiler und versuchte dem Team zu helfen, soweit es ging. In Baunathal wird nach dem Schwimmen eine einstündige Pause eingelegt, anschließend im Jagdstart mit den Abständen vom Schwimmen gestartet.
Das Schwimmen verlief wie in der Vorwoche unter taktisch klaren Ansagen von Volker, Thomas und Thorsten und so entstieg man mit 10:30min dem Wasser. Mit Sebastian im Schlepptau eine sehr gute Zeit. Zudem durfte Yves nicht mehr als 45 Sekunden Rückstand haben.





Zwischen den beiden Disziplinen stand sogar eine Rolle zur Verfügung, um sich wieder aufzuwärmen. Professionelles Auftreten hatte man sich also in dieser Liga angeeignet.


Auf dem Rad war nach 5km für Thomas das Rennen gelaufen, da die Beine zu schwer waren, um den vier zu folgen oder gar noch mit durch die Führung zu gehen. Alleine fuhr und lief er das Rennen zu Ende. Ein DNF beim letzten Wettkampf wäre nicht gut gewesen. Zudem konnte vorne immer noch etwas passieren. Derweil fuhren das Team Runde um Runde schneller und lief einen beachtlichen Laufsplit hinten raus. Platz 11 bedeutete das beste Saisonergebnis und getreu Eric Idle „always face the curtain with a bow“ verabschiedete man sich erhobenen Hauptes aus der zweiten Liga. Der Abstieg wäre nur durch ein sportliches Wunder noch möglich gewesen und diese passieren in diesem Sport nicht. Man kann nur das abrufen, was man trainiert hat.

Genug der Phrasendrescherei:
An dieser Stelle gilt es noch einmal einen großen Dank an unsere Sponsoren, Betreuer und Trainer auszusprechen. Zudem natürlich an die vier Athleten, die alles versucht haben und immer bereit standen. Ebenso natürlich Philipp, Nils und Thomas, die einsprangen, wo Not am Mann war.

Nun darf man also nicht den Abstieg zu betrauern, sondern sollte sich über die letzten beiden Saisons freuen.
Mal sehen, wie es in 2020 weitergeht… man darf gespannt sein. Es gibt drei potentielle Mannschaften, die gemeldet werden können: 1. RTV, Regionalliga Mitte und die Masters.

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